Kleingärten: Schützenwertes Stadtgrün oder Bauerwartungsland?

Auf dem Link findet ihr  Antwort des Senats auf eine schriftlichr Anfrage der Abgeordneten Katrin Lompscher und Marion Platta zu den Bebauungsplänen von Kleingartenflächen in Berlin:

Hier ein paar Ausschnitte mit Kommentar…

Gut erschlossen

“Dazu gehören (…) kleingärtnerisch genutzte Flächen, die an Standorten liegen, die gut durch öffentlichen Nahverkehr erschlossen und für Wohnungsbau geeignet sind.”

Besser angeschlossen als unserer Nähe zu der S-Bahn-Station Bornholmer durfte kein Bauland sein. Allerdings ist dies auch eine Argumentation für den Erhalt als Kleingartenanlage.

Kleingartenflächen am Stadtrand stehen leer, weil man den Kleingarten (im Gegensatz zum Erholungsgrundstuck) in der Saison häufig – auch unter der Woche – pflegen muss. Deshalb braucht man den Garten am Besten in der Nähe oder zumindest gut mit den öffentlichen Verkehrtsmitteln zu erreichen.

Zwischennutzung

“Bei der gegenwärtigen kleingärtnerischen Nutzung dieser Flächen handelt es sich daher um eine zeitlich befristete Zwischennutzung bis das Erfordernis der eigentlichen Zweckbestimmung eintritt.”

Bei Bornholm I und II dürfte man nicht von einer Zwischennutzung sprechen. Das Areal wird seit 1896 gärtnerisch benutzt; ab 1915 die erste Kleingartenkolonie.

Kleingärten auf Einwohnerzahl

Sehr interessant, aber leider nicht in unserem Interesse, die Bilanz von Kleingärten pro Einwohner in deutschen Großstädten:

Stadt Kleingärten auf 1.000 Einwohner
Frankfurt/Main 23
Berlin 21
Hamburg 20
Köln 12
München 6
Stuttgart 4

Jedoch sind Hamburg und Berlin auf dem gleichen Niveau und Frankfurt ist etwas höher. Sich München und Stuttgart zum Vorbild zu nehmen, kann ja nicht ganz im Sinne des Senats liegen. Zudem hier deutlich mehr Menschen wohnen als in den beiden Städten und die Stadtstruktur eine ganz andere ist (Geballte Stadt auf engem Raum mit dichterer Besiedlung außerhalb der Stadtgrenzen)

Pankow fordert Erhalt aller Kleingärten im Bezirk

In der Antwort auf Frage 4 wird bekannt gegeben, dass das Bezirksamt Pankow eine “Forderung nach Erhalt sämtlicher Kleingärten im Bezirk” meldete.

 

Hier wäre Platz für 950 Wohnungen

Hintergrund: Kleingärten an der Bornholmer Str. in Prenzlauer Berg (Pankow) sind im Stadtentwicklungsplan Wohnen für den Bau von ca. 950 Wohnungen vorgesehen.

Seit unserem letzten Beitrag über die Pläne des Berliner Senats (Bauland ab 2025) hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine neue Brochüre veröffentlicht.

Für Wohnungsbau vorgesehene Kleingartenanlagen

In der Brochüre steht — in einer übersichtlichen Tabelle — alle Kleingartenanlagen, die für den Wohnungsbau vorgesehen sind:

fuer-wohnungsbau-vorgesehene-kleingartenanlagen
(Zum vergrößern auf dem Bild klicken; oder siehe Seite 100-101 der Brochüre.)

Im Grunde ist der Stadtentwicklungsplan eine Analyse der Flächen in Berlin, die dem Senat für Wohnungsbau noch zur Verfügung stehen. “KGA Bornholm / Ost” taucht da konkret für eine Bebauung nach 2025 auf. Mit 950 Wohnungen macht die Fläche sogar knapp 9% aller 8.510 Wohnungen, die auf Kleingartenflächen gebaut werden können bzw. sollen, aus.

Welche Anlagen sind betroffen?

Update: Nach den Kommentaren haben wir uns hierzu weiter erkundigt und am 11.3.2015 aktualisert.

Im Stadtentwicklungsplan steht “KGA Bornholm / Ost”.

Was “Bornholm / Ost” genau heißt, ist nicht erklärt.

Der Senat sieht in dieser Studie Platz für 950 Wohnheiten vor. Wir sind aufgrund von Fachwissen eines Landschaftplanners von einem Faktor von 130 qm pro Wohnheit ausgegangen. Für 950 Wohnungenen benötigte man ca. 123.500 qm Land.

KGA Bornholm II beträgt nur 60.830 qm, KGA Bornholm I beträgt 77.778 qm. Deshalb waren wir davon ausgegangen, dass beide Kleingärtenanlagen benötigt werden, um 950 Wohneinheiten zu schaffen.

Auf unsere Anfrage zu diesem Thema haben wir von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, folgende Auskunft bekommen:

“Im StEP Wohnen ist nur die Anlage Bornholm II erfasst.”

“Bornholm I ist aufgrund des Verkehrslärms eher für andere Nutzungen (gemischte Baufläche) vorgesehen, nur ein kleinerer Teil ist im Flächennutzungsplan für Wohnungsbau vorgesehen und den könnte man erst realisieren,  wenn man weiß was auf der gemischten Baufläche passiert.”

Die Planner sehen das ganze Areal östlich und westlich der Bornholmer Brücke gern als eins und werden deshalb wohl erst Wohnungen auf KGA Bornholm II bauen, wenn klar ist, wie das Mischgebiet Bornholm I gestaltet wird.

Wie ernst ist das zu nehmen?

Was heißt “für den Wohnungsbau vorgesehen”? Wie ernst is das vom Senat gemeint?

Auf Seite 70 der Brochüre steht: “Kleingärten werden nur in Anspruch genommen, wenn deren Schutzfrist abgelaufen ist oder ohnehin nie bestand, weil es private Flächen sind. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um Kleingärten, die im FNP schon seit langem als Bauflächen vorgesehen sind.”

Für uns Kleingärtner ist die o.g. Aussage sehr beunruhigend.

Es gibt wohl durchaus Flächen, die nicht in dem Plan aufgenommen werden, weil sie zum Kleingartenentwicklungskonzept gehören:

“Nicht aufgenommene Flächen:  Ausgeschlossen blieben Flächen, die bereits in Planwerken wie dem StEP Industrie und Gewerbe oder dem Kleingartenentwicklungskonzept anderen Nutzungen vorbehalten sind. Gleiches gilt für Flächen, die nötig sind, um ein qualitätsvolles Wohnumfeld oder die weitere Infrastrukturausstattung sicherzustellen. Sie wurden in Absprache mit den Bezirken grundsätzlich nicht einbezogen, um den Zielkonflikt zwischen Verdichtung und Wohnqualität nicht zu verschärfen.” — Seite 71

Diese Aussage trifft noch härter: Hier lese ich raus, dass unsere Anlagen wohl nicht im Kleingartenentwicklungskonzept sind, weil sie doch hier als Bauland gekennzeichnet sind. Ich freue mich über weiterer Informationen hierzu in den Kommentaren oder per Mail.

Weitere Information

 

Brand auf dem Gelände des Vereinsheims Bornholm I

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Foto: Christian S.

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, ist gestern früh um 7 Uhr ein Brand auf dem Gelände des Vereinsheims ausgebrochen. Unser Vereinsvorsitzender Holger Gerber wird dort zitiert, dass der Sachschaden mehr als 10.000 Euro beträgt.

In der Zeitung wurde über Brandstiftung spekuliert. Nach unbestätigten Informationen ist es jedoch wahrscheinlich das ein Kabelbrand das Feuer ausgelöst hat.

Zwar scheint glücklicherweise das Vereinsheim und Vorstandsbüro nicht betroffen, jedoch ist der überdachte Aussenbereich und das dort befindliche Mobilar ein Opfer der Flammen geworden.

 

Aufruf zum Wurm-Workshop

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Wer möchte einen Workshop Anfang 2015 mit mir organisieren bzw. mitmachen?

Ziel wäre es, zusammen mit anderen Klein- und Balkongärtner Wurmkisten für die Wohnung oder den Balkon zu gestalten, bauen und und in Betrieb zu nehmen. Ich mache die Erfahrung auch gerne alleine, aber wenn wir zusammenarbeiten macht es wohl mehr Spaß und wir können auf dem Weg zu Balkon-Kompost-Experten von einander lernen.

Wer dagegen (oder auch) Lust hat, eine Wurmfarm in der Kleingartenanlage auch noch zusammen zu bauen — um den Kiez mit Würmer zu versorgen — gerne mit anschließen!

Workshop Eckdaten

Der Workshop wird informell unter allen Interessierten organisiert und durchgeführt. Fest steht nur:

Ort: Berlin (Berlin Prenzlauer-Berg, Pankow bzw. Wedding)
Zeitraum: Februar bis April 2015
Kontakt: jay@bornholmgaertner.de

Weitere Information

Hier ein paar Details über Kompostwürmer schon im Voraus:

Weitere Erfahrungen und Informationen über Kompostwürmer teilen wir dann auch auf der o.g. Seite wenn wir durch den Workshop selbst mehr lernen.

Foto von Shane, benutzt unter Creative Commons Lizenz