Archiv für den Monat: Februar 2015

Ausschlussverfahren in KGA Bornholm 1

Nach dem Kündigungsschreiben an 3 Gärten folgt jetzt ein Verfahren zum Ausschluss der betroffenen 6 Vereinsmitglieder aus dem Kleingartenverein Bornholm I e.V.

Einladung

In den Schaukästen des Vereins KGA Bornholm I e.V. wird zu einer Vorstandssitzung am 7.3. eingeladen. Um eine schriftliche Voranmeldung bis zum 15.2. wird gebeten.

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Bekanntgabe des Ausschlussverfahrens. Die Namen sind hier zum Schutz der betroffenen Mitglieder unleserlich gemacht.

Die betroffenen Parteien würden sich freuen, wenn sich als Solidaritätsbekundung möglichst viele Personen dazu anmelden. Es geht hier nicht vorwiegend um einzelne Gärtner, sondern ganz allgemein darum, welches Klima im Verein herrscht und wie der Vorstand agiert und mit Ideen und Vorschlägen anderer umgeht.

Wir sind an einem konstruktiven und ehrlichen Dialog interessiert und hoffen auch auf das Kommen all der GärtnerInnen, die unsere Aktivitäten kritisch sehen, damit wir persönlich unsere Sicht der Dinge kommunizieren können.

Nach Auskunft unserer Rechtsanwältin kann der Bitte um eine Anmeldung mit einem formlosen Schreiben an bornholm-kga@t-online.de oder per Post nachgekommen werden.

Ein Ausschlussverfahren hat nach § 6 (9) der Vereinssatzung in öffentlicher Sitzung stattzufinden. Deswegen kann die Mitgliedschaft im Verein Bornholm 1 keine notwendige Voraussetzung für die Teilnahme sein.

Vielen Dank im Voraus für Eure Unterstützung!

Bitte informiert auch uns über Eure Anmeldung unter info@bornholmgaertner.de. Meldet Euch auch, wenn Euch die  Teilnahme verweigert werden soll.

Hier wäre Platz für 950 Wohnungen

Hintergrund: Kleingärten an der Bornholmer Str. in Prenzlauer Berg (Pankow) sind im Stadtentwicklungsplan Wohnen für den Bau von ca. 950 Wohnungen vorgesehen.

Seit unserem letzten Beitrag über die Pläne des Berliner Senats (Bauland ab 2025) hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine neue Brochüre veröffentlicht.

Für Wohnungsbau vorgesehene Kleingartenanlagen

In der Brochüre steht — in einer übersichtlichen Tabelle — alle Kleingartenanlagen, die für den Wohnungsbau vorgesehen sind:

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(Zum vergrößern auf dem Bild klicken; oder siehe Seite 100-101 der Brochüre.)

Im Grunde ist der Stadtentwicklungsplan eine Analyse der Flächen in Berlin, die dem Senat für Wohnungsbau noch zur Verfügung stehen. “KGA Bornholm / Ost” taucht da konkret für eine Bebauung nach 2025 auf. Mit 950 Wohnungen macht die Fläche sogar knapp 9% aller 8.510 Wohnungen, die auf Kleingartenflächen gebaut werden können bzw. sollen, aus.

Welche Anlagen sind betroffen?

Update: Nach den Kommentaren haben wir uns hierzu weiter erkundigt und am 11.3.2015 aktualisert.

Im Stadtentwicklungsplan steht “KGA Bornholm / Ost”.

Was “Bornholm / Ost” genau heißt, ist nicht erklärt.

Der Senat sieht in dieser Studie Platz für 950 Wohnheiten vor. Wir sind aufgrund von Fachwissen eines Landschaftplanners von einem Faktor von 130 qm pro Wohnheit ausgegangen. Für 950 Wohnungenen benötigte man ca. 123.500 qm Land.

KGA Bornholm II beträgt nur 60.830 qm, KGA Bornholm I beträgt 77.778 qm. Deshalb waren wir davon ausgegangen, dass beide Kleingärtenanlagen benötigt werden, um 950 Wohneinheiten zu schaffen.

Auf unsere Anfrage zu diesem Thema haben wir von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, folgende Auskunft bekommen:

“Im StEP Wohnen ist nur die Anlage Bornholm II erfasst.”

“Bornholm I ist aufgrund des Verkehrslärms eher für andere Nutzungen (gemischte Baufläche) vorgesehen, nur ein kleinerer Teil ist im Flächennutzungsplan für Wohnungsbau vorgesehen und den könnte man erst realisieren,  wenn man weiß was auf der gemischten Baufläche passiert.”

Die Planner sehen das ganze Areal östlich und westlich der Bornholmer Brücke gern als eins und werden deshalb wohl erst Wohnungen auf KGA Bornholm II bauen, wenn klar ist, wie das Mischgebiet Bornholm I gestaltet wird.

Wie ernst ist das zu nehmen?

Was heißt “für den Wohnungsbau vorgesehen”? Wie ernst is das vom Senat gemeint?

Auf Seite 70 der Brochüre steht: “Kleingärten werden nur in Anspruch genommen, wenn deren Schutzfrist abgelaufen ist oder ohnehin nie bestand, weil es private Flächen sind. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um Kleingärten, die im FNP schon seit langem als Bauflächen vorgesehen sind.”

Für uns Kleingärtner ist die o.g. Aussage sehr beunruhigend.

Es gibt wohl durchaus Flächen, die nicht in dem Plan aufgenommen werden, weil sie zum Kleingartenentwicklungskonzept gehören:

“Nicht aufgenommene Flächen:  Ausgeschlossen blieben Flächen, die bereits in Planwerken wie dem StEP Industrie und Gewerbe oder dem Kleingartenentwicklungskonzept anderen Nutzungen vorbehalten sind. Gleiches gilt für Flächen, die nötig sind, um ein qualitätsvolles Wohnumfeld oder die weitere Infrastrukturausstattung sicherzustellen. Sie wurden in Absprache mit den Bezirken grundsätzlich nicht einbezogen, um den Zielkonflikt zwischen Verdichtung und Wohnqualität nicht zu verschärfen.” — Seite 71

Diese Aussage trifft noch härter: Hier lese ich raus, dass unsere Anlagen wohl nicht im Kleingartenentwicklungskonzept sind, weil sie doch hier als Bauland gekennzeichnet sind. Ich freue mich über weiterer Informationen hierzu in den Kommentaren oder per Mail.

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